6/18/2014

Albuquerque, New Mexico

Über die Höhen und Tiefen eines Roadtrips

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Day 1

Letztes Wochenende habe ich eine Freundin in AQ, New Mexico besucht, die dort bereits ihren letzten Monat als Au pair verbringt. Ich hatte schon ein wenig Angst, dass ich nicht fliegen kann, weil ich zwei Tage vorher mit unglaublich starken Zahnschmerzen zum Zahnarzt gerannt bin und erst am Tag vor meiner Abreise einen Termin bekommen habe (Natürlich sind Zahnarztbesuche und -behandlungen nicht mitversichert, wenn man als Au Pair ins Ausland reist) Glücklicherweise handelte es sich dabei wohl nur um unglaublich starken Muskelschmerz (what?!?!?!) in meinem Kiefer. Also bin ich am Donnerstag morgen um 5 Uhr vollgepumpt mit Medikamenten gegen meine Erkältung, wegen der ich in der Woche davor auch schon in die minute clinic gerannt bin (ich hab das Gefühl, dass gerade, wenn man nicht zum Arzt kann oder will, solche Sachen bekommt...) und der Kieferschmerzen zum Flughafen gefahren und zu ihr geflogen! Dort angekommen war ich erst einmal überrascht, wie anders es dort einfach aussieht. Ich konnte es gar nicht glauben, dass das wirklich (noch) Amerika ist. Auch, wenn ich vorher im Flugzeug, von einem Amerikaner, der vor einigen Monaten von California nach New Mexico gezogen ist, schon vorgewarnt wurde (ja, in Amerika erfährt man auf seinen Flügen beinah die komplette Lebensgeschichte von den Menschen neben einen, denn das erste, was man gefragt ist, ist entweder: "So, do you live in Albuquerque/ Minneapolis?" oder "Is this your final destination?" "have you ever been to ABQ/ MN before?"). Der Tag ging ziemlich schnell um und Abends sind wir ins Kino gegangen und haben uns den Film "The fault in our stars" angesehen. Als wir danach wieder nach Hause gekommen sind und das Licht in der Küche angemacht haben, musste ich mich zusammenreißen, damit ich nicht gleich wie eine Bekloppte durch das Haus springe, denn da waren 4-5 riesige Kakerlaken, woran ich mich leider auch noch gewöhnen musste. 

Day 2

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Am nächsten Morgen wurde ich mit dem besten Smoothie und einem leckeren Frühstück geweckt! Ich vermisse ja wirklich unser Frühstück am Wochenende von zu Hause mit Brötchen, Croissants, Franzbrötchen, Leberwurst, Geflügelsalat, Krabbensalat, Eiern, Schinken,... Aber dank Vanessa hatte ich endlich mal wieder Rührei, denn irgendwie komme ich hier sonst nie dazu, das zu machen. Nach dem Frühstück bin ich zu hause geblieben und habe den Pool und die Sonne genossen, während Vanessa ihr Gastkind von der Schule abgeholt hat. Danach sind wir ihr zweites Gastkind abholen gefahren und alle zusammen durch Old Town in ABQ geschlendert. Ich habe mich wirklich gefühlt, als wäre ich im Urlaub, denn das war überhaupt nicht so, wie ich es sonst aus Amerika kenne, sondern eher wie Spanien oder Mexico. Überall waren kleine Händler, die ihren selbstgemachten Schmuck verkauft haben, es war heiß und sandig! Aber auch total schön und super niedlich. Auf unserem Weg nach hause sind wir dann noch beim Supermarkt angehalten und haben uns Snacks gekauft, denn am gleichen Abend noch hieß es: Auf nach Arizona!

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Abends gegen 6 ging es los! Nachdem Vanessas Freundin Joy uns und noch zwei andere Jungs eingesammelt hat, haben wir uns mit einem weiteren Mädchen bei ihr getroffen und sind dann gemeinsam losgefahren. Allesamt in einem Van mit Snacks, tausend Taschen und ganz viel Euphorie! Nach 2-3 Stops und ca. 7 Stunden später sind wir an der Adresse des Motels, in dem wir übernachten wollten, angekommen. Leider hatte dieses Motel zu und auch keine Zimmer mehr frei, wie wir dem "No vacancy!"-Schild entnehmen konnten.. Also sind wir umgedreht und haben ein paar Blocks entfernt beim Holiday Inn nachgefragt, ob noch etwas für 6 Personen frei sei. .. Leider war auch dort alles ausgebucht und die Frau meinte, auf ihrer Liste seien ALLE Hotels und Motels im Umkreis ausgebucht. Trotzdem haben wir in einem anderen Hotel noch einmal nachgefragt, mit der Hoffnung, dass vielleicht jemand abgesprungen und etwas frei geworden ist. Leider hat der Mann uns dort das gleiche erzählt und auch die Touren für den Antelope Canyon, den wir am darauf folgenden Tag besuchen wollten, seien höchstwahrscheinlich alle ausgebucht. Ups. Netterweise hat er dann doch noch in einem weiteren Hotel angerufen, wo ein Zimmer für 4 Personen frei sei. Also sind wir dort schnell hin und überraschenderweise hatten sie sogar zusätzlich noch ein 2-Bett-Zimmer frei, sodass wir alle ein paar Stunden Schlaf bekommen konnten. Außerdem waren die Leute so freundlich uns anzubieten, sich für uns zu erkundigen, ob noch eine Tour durch den Antelope Canyon frei sei und uns am nächsten Morgen Bescheid zu geben. Danach konnten wir ruhigen Gewissens schlafen gehen und sind alle nur noch halbtot ins Bett gefallen.

Day 3


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Am nächsten Morgen um 7 Uhr und ca. 4 Stunden Schlaf später ist Joy zur Rezeption gegangen und hat dort nachgefragt, ob das Hotel für uns eine Tour buchen konnte. Da wir ihnen gesagt hatten, es sei uns relativ egal, wann diese Tour sei, haben wir eine um 8.30 bekommen und mussten uns innerhalb von 45 Minuten alle fertig und abfahrbereit machen!
Mitten im Desert und bei dem Treffpunkt für die Tour angekommen, konnten wir dann erst einmal alle aufatmen- Alles hat so geklappt, wie wir es uns erhofft hatten. Danach ging es endlich durch die Wüste zum Antelope Canyon!

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Der Canyon war unglaublich schön! Wir sind barfuß durch die Sandberge gelaufen und haben einfach den besten Tourguide erwischt, der sich ganz viel Zeit genommen hat, um uns die besten Perspektiven zu zeigen und ganz viele Fotos von und für uns machen zu können. Leider waren wir nicht zur Prime Time dort, denn dann wäre das ganze noch hundert mal schöner gewesen, weil dann die Sonne genau so steht, dass die Lichtstrahlen durch die Berge fallen. Die Tickets wären allerdings noch einmal 40 Dollar teurer gewesen. Und obwohl wir nicht zur perfekten Zeit dort waren, war der Anblick einmalig!

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Auf unserem Weg zurück zum Auto haben wir unserem Tour Guide von unserem Plan zum Horseshoe Bend zu fahren erzählt, worauf er uns erklärt hat, dass man dort wohl beinahe 3 Meilen wandern und klettern muss, um oben anzukommen und der Weg heiß, sonnig und sehr steinig wäre. Deshalb sollten wir uns besser Tennis- oder Wanderschuhe anziehen und ganz viel Wasser mitnehmen! Da wir leider keines dieser Dinge und vor allem nicht genug Energie für so einen Wanderausflug hatten, haben wir uns kurzerhand umentschieden stattdessen an den Lake Powell zu fahren und dort baden zu gehen. Auf unserem Weg dorthin sind wir an einer Tankstelle, an der groß "PIZZA" ausgeschildert wurde, angehalten, da wir alle noch nichts gegessen hatten (außer Cookies vom Tag davor). In der Tankstelle haben wir allerdings nur Tiefkühlpizzen finden können und deshalb gefragt, ob die uns die aufwärmen können, oder ob sie noch andere Pizza verkaufen. Daraufhin wurde uns erklärt, dass der Ofen wohl kaum noch genutzt und eigentlich keine Pizzen mehr gebacken werden, dass sie für uns aber gerne ausprobieren, ob sie die Tiefkühlpizzen aufwärmen können, wenn wir noch 10-15 Minuten Zeit hätten. Also kamen die netten Herren 10 Minuten später mit zwei Pizzen in der Hand zu uns und wir hatten somit für unser Frühstück gesorgt!

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Als nächstes und letztes stand der Grand Canyon auf unserer Liste. Dahin war es eine ca. 3-stündige Fahrt, also sind wir nach der Abkühlung im See wieder ins Auto und haben uns auf den Weg zurück von Utah nach Arizona gemacht. Davon habe ich leider nicht allzu viel mitbekommen, denn ich habe fast die ganze Fahrt über geschlafen, aber als wir dann endlich da waren, war der Anblick überwältigend! Wir sind direkt am ersten Aussichtspunkt angehalten und ich habe mich gefühlt, als würde ich in einem Poster sitzen! Ich weiß gar nicht, ob man so etwas überhaupt realisieren kann, wenn man direkt davor steht, aber ich war wirklich unglaublich fasziniert!

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Don't ask me how aber irgendwie sind Joy und Maik auf diesen Felsvorsprung geklettert...

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Nach dem letzten Aussichtspunkt waren wir alle einfach nur noch erschöpft und hungrig. Also sind wir Richtung Grand Canyon Nationalpark Village gefahren und haben wir in einem Restaurant/ Raststätte zu Abend gegessen, das Auto aufgeräumt, umgezogen, abgeschminkt und Zähne geputzt, um es auf dem Rückweg so gemütlich wie möglich zu haben. Aus Versicherungsgründen durfte auch leider nur eine von uns fahren und ich habe absolut keine Ahnung, wie sie das geschafft hat!! Wir haben zurück ca. 8-9 Stunden gebraucht und ich war so fertig wie noch nie! Dabei konnte ich zwischendurch die Augen zumachen und musste mich nicht auf die Straße konzentrieren. Trotzdem muss ich sagen so etwas ungemütliches wie in einem Auto zu schlafen habe ich noch nie erlebt :D Und ich konnte nach den 9 Stunden einfach nicht mehr sitzen! Ich war soo unglaublich glücklich, als wir um 5 Uhr morgens endlich zu hause waren, ins Bett legen und in Ruhe schlafen konnten! (Nachdem wir eine Kakerlake getötet haben, die sich in Vanessas Zimmer geschlichen hat)

Day 4

Am nächsten Tag haben wir bis 2 Uhr Mittags geschlafen und lagen dann bis 4 Uhr im Bett, haben uns die Fotos angesehen und Musik gehört. Dann haben wir uns endlich aufgerafft, um nach Santa Fe zu fahren. Als wir dort angekommen sind, hatten leider schon alle Läden zu und auch der Kunst- und Schmuckmarkt, der an dem Tag dort stattgefunden hat, wurde abgebaut. Wir haben uns soo geärgert! Als Entschädigung haben wir uns dann Eis geholt und sind noch ein bisschen umhergeschlendert, bis wir ein Restaurant gefunden haben, wo wir auf der Dachterrasse lecker Pizza zu Abend gegessen haben. Danach sind wir wieder direkt ins Bett haha

Day 5

Am Montag haben wir um 10 am zusammen Deutschland gegen Portugal geguckt und danach musste ich mich dann auch schon fertig machen und wieder für meine Rückreise nach Minnesota packen. Um 5 pm ging mein Flieger nach Chicago und von da nach Minneapolis/ St. Paul, wo ich um 1 Uhr nachts in meinem Bett lag, nachdem ich vorher mein Zimmer nach Insekten untersucht habe.. Ja, New Mexico's Kakerlaken haben mich dann doch nicht so kalt gelassen!

Das war ein schönes langes Wochenende!

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Thank you for having me, Vanessa! 

2 Comments:

Anonym schreibt...

Schöner Post ! Du kannst echt glücklich sein, so etwas tolles erleben zu dürfen , da wird man beinahe etwas neidisch ;)

Nina Myr schreibt...

Wow! Ich bin gerade echt sprachlos, nachdem ich einen Post angeschaut habe! Es sieht einfach traumhaft aus! :)

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