3/03/2014

Countdown

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In genau zwei Wochen sitze ich im Flugzeug nach New York! Auf dem Weg in ein Abenteuer, welches für mich schon vor einigen Monaten begann. Aber nicht nur ein Abenteuer, sondern auch einen Traum, der schon seit Jahren nicht mehr aus meinem Kopf geht. Ein neuen Lebensabschnitt und mit Sicherheit auch einen der härtesten, aufregendsten und prägendsten Schritte, die ich bis jetzt in meinem Leben gegangen bin. In zwei Wochen ziehe ich für ein Jahr nach Amerika- als Au pair.

Für viele ist es der Wunsch, nach dem Schulabschluss ins Ausland zu gehen. Die meisten Leute aus meinem Freundeskreis haben sich zumindest dafür entschieden, doch nur wenige als Au pair, sondern hauptsächlich als Backpacker, Work & Travel. Das kam für mich allerdings noch nie in Frage, wenn ich ins Ausland gehen sollte, dann als Au Pair! Doch obwohl ich mir diesen Wunsch schon so lange in den Kopf gesetzt hatte, habe ich gezögert, bis ich mich tatsächlich dafür entschieden und den Schritt gewagt habe, mich bei den Organisationen zu bewerben. Freunde, Familie, Beziehung,... irgendwie gibt es ja doch immer so einige Faktoren, die es einem schwer machen, einfach mal für ein Jahr zu gehen. Mittlerweile war ich schon mit der Schule fertig und saß da mit meinem Abitur und wusste nicht, wohin mit mir. Eigentlich wollte ich doch so gerne weg, aber Amerika... Ein Jahr... das Ganze schien auf einmal so unmöglich und weit weg, dass ich noch einen weiteren Monat gewartet habe. Zu dem Zeitpunkt kam dann die Frage auf, ob ich nicht lieber in Europa bleibe, ob ich vielleicht doch schon zu studieren anfangen sollte. Aber irgendetwas in mir konnte sich einfach nicht dazu überwinden, sich ernsthaft an den Unis zu bewerben. Ich konnte mich nicht entscheiden, was ich machen will, was ich studieren möchte, möchte ich vielleicht gar nicht studieren, sondern eine Ausbildung machen, ein Praktikum,...? Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, meinen Wunsch ins Ausland zu gehen, meinen Wunsch ein Au Pair zu sein, in Amerika zu leben, etwas anderes zu sehen, so zu ignorieren und zu begraben. Als dann all meine Freunde auf dem Weg nach Australien, Asien oder Amerika waren, habe auch ich endlich die Bewerbung verschickt. Nach einigen Hürden habe ich dann die perfekte Organisation für mich gefunden. Interviews, Informationstreffen, unzählige Unterlagen, Nachweise, Arztbesuche und Referenzen. Dann ging es endlich los! Die Suche nach der Gastfamilie! Voller Aufregung und Vorfreude saß ich vor meinem Laptop, als ich die ersten Profile der Gastfamilien ansehen konnte. Natürlich möchte man wissen, was für Menschen sich für einen interessieren, wie die Familien leben, wie viele Kinder sie haben, wo sie wohnen, wie alt sie sind. Das war auf jeden Fall mein Lieblingspart bis jetzt! Täglich kam ein neues Match und mit den neuen Familien auch die Sorge, ob man wirklich sein perfektes Match findet. Muss ich vielleicht meine Ansprüche etwas zurückschrauben? Werde ich jemals eine Gastfamilie bekommen, an der ich absolut nichts auszusetzen habe? Wollen die mich dann überhaupt haben? Wie oft kann ich wohl noch nein sagen? Was ist, wenn die nächste Familie noch schlimmer ist und ich mich nicht mehr um entscheiden kann? Fragen und Zweifel, die im Endeffekt total unbegründet waren. Bei meinem vierten Match war mir klar, dass perfekt nicht immer bedeutet, dass das Alter der Kinder oder der Wohnort, das Haus oder Garten genau mit meiner Vorstellung übereintreffen muss. Dass die Familie perfekt ist, wusste ich spätestens, als ich ihren liebevollen Brief gelesen und das erste Skype Gespräch mit ihnen hinter mir hatte. Perfekt heißt für mich in dem Fall, dass das Bauchgefühl stimmt, dass ich mich dort wohl fühle und mir vorstellen kann, in einem Land weit weg und mit diesen Personen ein zweites zu Hause aufzubauen, sich nicht fremd zu fühlen. Ich habe mich in der ersten Sekunde in die Kinder verliebt und wusste auch noch beim zweiten Skype Gespräch, dass ich alles richtig gemacht habe. Spätestens dort war mir klar, was die Leute damit meinen, wenn sie sagen, dass man nicht auf einen Wohnort oder eine andere Kleinigkeit fixieren soll. Für mich geht es nach Minnesota und ich könnte nicht glücklicher damit sein. Die Leute sind immer wieder überrascht, wie sehr ich mich auf das kommende Jahr freue, obwohl ich so weit weg von zu Hause sein werde. Aber wie könnte ich man sich nicht freuen, wenn man so eine Gelegenheit hat. Die Momente der Trauer werden noch früh genug kommen und vielleicht sehe ich das alles in einem halben Jahr schon ganz anders und wünsche mir das Ende des Jahres so sehnlich herbei wie nichts anderes, aber heute freu ich mich und bin gespannt, was die kommenden Monate mit sich bringen werden.

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Gastgeschenke

2 Comments:

Elli schreibt...

Hört sich doch alles sehr viel versprechend an! Wünsche dir ganz, ganz viel Spaß

Anonym schreibt...

Liebe Jana,
ich bin gerade selbst mitten in meinem Auslandsjahr und obwohl ich im Moment überlege die Sache abzubrechen, kann ich sagen, dass ich bis jetzt schon viele wichtige Erfahrungen sammeln konnte und viel über mich selbst gelernt habe. Ich wünsche dir, dass du das in einem Jahr auch sagen kannst und natürlich, dass dir dieses Jahr immer als eines der aufregendsten und glücklichsten deines Lebens in Erinnerung bleibt.
Alles Liebe aus England, Katie.

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