10/02/2016

48 Hours in Hamburg

Hallo meine Lieben!

Nach langer Zeit gibt es hier mal wieder etwas von mir zu lesen. Auf Instagram werde ich oft nach Tips für Hamburg gefragt. 
Ob zum Essen gehen, shoppen oder sonstige Aktivitäten.
Deshalb habe ich mich entschlossen, euch dazu einfach mal einen Blogbeitrag zu gestalten, damit ihr einen leichteren Überblick habt :) Natürlich gibt es sooo viel zu sehen in Hamburg und es ist unmöglich das alles an einem Wochenende zu erleben aber ich liste euch trotzdem einfach mal alles auf, was ich für wichtig oder besonders sehenswert in Hamburg halte.

Tretboot fahren in Winterhude 

Hafencity/ Speicherstadt

Also, aufgepasst, ich beginne mal mit etwas allgemeinem zu unseren öffentlichen Verkehrsmitteln, da ich das persönlich in anderen Städten (besonders in NRW mit den Straßenbahnen und Abstempeln, etc.) immer total verwirrend finde.

Öffentliche Verkehrsmittel

Ich würde euch auf jeden Fall raten, dass ihr euch immer morgens eine Tageskarte für 5,80€ kauft, statt vieler Einzelkarten. Einfach am Automaten die HVV Tageskarte Gesamtbereich Hamburg auswählen, dann könnt ihr damit überall in Hamburg hinfahren und müsst euch keine Gedanken um das Ticket machen, denn wir haben hier sehr viele Ringe von Kurzstrecke über Nah- oder eben Gesamtbereich und in HH wird normalerweise sehr viel kontrolliert! Ab zwei Personen lohnt es sich auch schon die Gruppenkarte zu kaufen :) Dann könnt ihr in der HVV App einfach eine Start- und Endstation eingeben und die App oder Internetseite zeigt euch an, mit welcher Bahn oder welchem Bus ihr dort am besten hinkommt. Einfach auf www.hvv.de :) 

Damit komme ich auch schon zu den Stadtteilen, die ihr unbedingt sehen müsst:

- Jungfernstieg / Mönckebergstraße 
(Shoppingmeile, die Binnenlaster mit ihrer Wasserfontäne, Gänsemarkt (Urban Outfitters, Brandy Melville, Clas Ohlson…), Rathausplatz)

- Sternschanze 
(mein persönlicher Lieblingsstadtteil :D da gibt es unendlich viele kleine einzigartige Boutiquen und Cafés (zum Beispiel Edited, Fräuleinwunder, kauf dich glücklich, Baqu & Minimarkt (Interior und Deko) und vieles mehr!), sehr multikulti aber auch mega angenehm. Übrigens perfekt zum Essen oder um Abends was zu trinken.

- den Elbstrand in Övelgönne und in der Stranderle was essen oder trinken (mit dem Bus bis Neumühlen/ Övelgönne) 

- den Hafen und die Hafencity / Landungsbrücken (Bei schönem Wetter die Beach Clubs Hamburg del Mar und Strand Pauli und bei Miss Sofie in der Hafencity gibt es leckeres, original dänisches Soft Ice, mein Favorit ;)

Reeperbahn!! ;) 


Portugiesenviertel 


Minimarkt 


und dann gibt es natürlich noch ganz viele andere Stadtteile wie:

- Eppendorf/ Winterhude (sehr teuer und schick; auch viele Boutiquen und Cafés; im Paledo, Mad About Juice, Brüder Lund oder Was wir wirklich lieben gehen viele Blogger frühstücken/ brunchen/snacken)
- Altona (auch eher multikulti aber definitiv das beste Frühstück im Café Knuth (auch glutenfree) -> Unbedingt die Croissants probieren!)
- Winterhude (Tretboot fahren (zB beim Bootsverleih „zur Gondel“ und aufm Weg ein Eis to Go am Kanal)
- Stadtpark

Neben dem Bummeln und Shoppen darf natürlich eins nicht fehlen: Essen! :D
Doch wo?

Frühstück:
- Café Knuth (Altona) 



- Paledo (Eppendorf) 
- Nord Coast (in der Nähe vom Hafen)


- Klein & Kaiserlich (Hafencity)
- Paledo (Eppendorf)
- Savory (Eppendorf)

Mittag-/ Abendessen:
- Atelier F (Innenstadt/ Jungfernstieg)


- Ottos Burger (Altona & Sternschanze)
- Jill’s Pizza (Sternschanze)


- Fischimbiss Schabi (Sternschanze)
- Mikawa (Sternschanze)
- Chakra (Sternschanze)
- Il Camino Pizza und Pasta (Sternschanze)


- Chili Club (Hafencity)

Cocktails/Bars (Sternschanze, Altona oder Reeperbahn)
- 3 Freunde Bar 
- Clockers 
- 20 Up
- Katze
- Goldfischglas
- Die Herren Simpel

Was kann man sonst in Hamburg machen?
Falls ihr schon einmal in Hamburg wart und bereits alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert habt oder mal etwas anderes unternehmen wollt, könnt ihr natürlich auch noch viele weitere schöne Sachen unternehmen, zum Beispiel einen Besuch im:

- Miniaturwunderland
- Dialog im Dunkeln
- Hauptkirche St. Michaelis
- Hamburg Dungeon
- Hafenrundfahrt
- Musical
- Planten un Blomen (Wasserlichtkonzert)
- Tierpark Hagenbeck
- Alter Elbtunnel
- Hamburger Dom

Ihr merkt schon, in Hamburg werdet ihr euch auf jeden Fall nicht langweilen und ich hoffe, ich kann euch damit ein wenig helfen, euch zurecht zu finden und euren Besuch in der schönsten Stadt der Welt (bzw. Deutschlands ;) zu erleichtern und verschönern :)

Genießt es und habt eine wunderschöne Zeit! ♡


1/29/2016

home

Ich muss sagen, es fiel mir in den letzten Jahren wirklich schwer, mich irgendwo "zu hause", mich wohl zu fühlen. Als ich dann nach Amerika gekommen bin, hatte ich das erste Mal seit Langem wieder das Gefühl "angekommen" zu sein. Für mich war mein Leben dort, unser Haus, mein Zimmer, wirklich ein Ort, der für mich "zu Hause" war, ein Ort, an den ich gerne gekommen bin und auch lieber mal Zeit dort als bei meinen Freunden verbracht habe. Als ich zurück gekommen bin war es deshalb unglaublich schwer für mich wieder so weiterzumachen, wie ich es vorher gemacht habe. In ein Haus zu kommen, mit dem ich mich nicht mehr identifizieren konnte, ein Zimmer, was lange nicht mehr meiner aktuellen Persönlichkeit entsprach und in dem ich so viele schöne aber auch so viele schlechte Momente erlebt habe, Tränen und Frustrationen ausgesetzt war und in dem so viel Zeug stand, was ich nicht mehr sehen konnte. 
Ich musste raus aus der Stadt, in der ich gewohnt habe, ich musste was eigenes machen, mein Leben irgendwie "neu" aufbauen und neu starten. 

Endlich konnte ich ausziehen! 
Endlich kann ich mir mein eigenes zu Hause aufbauen. 

Ich liebe unsere Wohnung, ich liebe es, wie alles nach und nach so zusammenkommt, wie es sein soll. Ich liebe es, dass ich für meine eigenen Einkäufe zuständig bin, für meine Wäsche, dass ich duschen und nach Hause kommen kann, wann ich will. Ich liebe es, dass ich mein Geschirr stehen lassen kann, wenn mir grad nicht nach Abwasch ist. Dass ich meine eigenen Küchenutensilien, mein eigenes Geschirr und meine eigenen Handtücher aussuchen und kaufen kann, dass es niemanden interessiert, ob ich um 18 oder erst um 24 Uhr schlafen gehe und ich um 14 Uhr noch im Schlafanzug durch die Wohnung laufe. Jedes mal, wenn ich nach Hause komme oder morgens die Sonne durch meine Gardinen scheint, freue ich mich, dass ich mich hier, in Deutschland, in Hamburg, doch wohl fühlen kann. Ich vermisse Amerika noch immer, ich vermisse meine Gastfamilie und meine Babys, meine Freunde von dort und hin und wieder sogar das Essen, aber ich weiß jetzt, dass man sich auch woanders das Leben schön machen und glücklich sein kann.

 

christmas 2015


Mein erstes Weihnachtsfest zurück in Deutschland und ich habe den Heiligabend ganz unklassisch mit meiner besten Freundin und ihrer Familie verbracht. Naja, dazu muss man sagen, dass ihre Familie in den letzten 12 Jahren auch zu meiner Familie geworden ist und es nicht der erste Heiligabend war, den wir zusammen gefeiert haben, doch ein bisschen anders war dieses Jahr dann doch alles irgendwie. Ich glaube, es waren viele ein wenig überfordert mit der Tatsache, dass ich nicht mehr zu Hause wohne, was sich ein bisschen auf die Organisation ausgewirkt hat, deshalb habe ich also den Heiligabend bei Lea, den 1. Weihnachtsabend bei meiner Mutter und den Tag darauf bei meinem Vater verbracht. Irgendwie wurden dieses Jahr viele Traditionen gebrochen, was mich persönlich etwas traurig gemacht hat, da ich ein ganz konservatives Bild von Weihnachten in meinem Kopf habe, was ich auch Jahr für Jahr versucht habe, zu erfüllen. Dazu gehört für mich das Schmücken des Tannenbaums, Einpacken der Geschenke, festlich anziehen, der Kirchenbesuch, Schnee ( ha ha ), Weihnachtsmusik, Essen und das gespannte Warten auf das Öffnen der Geschenke. Dieses Jahr hatte ich nun also zum ersten Mal in meinem Leben einen komplett eigenen Tannenbaum, den ich mit meiner Mitbewohnerin zusammen zwischen Tür und Angel geschmückt habe, Geschenke waren zum ersten Mal alle schon vor Heiligabend eingepackt, der Kirchenbesuch musste leider ausfallen, ebenso der Schnee, aber das überrascht ja heutzutage niemanden mehr und festliches Weihnachtsessen gab es auch erst am 1. Weihnachtstag. Macht ja nichts! Eine Tradition ist aber zum Glück geblieben, denn wir treffen uns nach der Bescherung immer mit allen Freunden bei Lea und quatschen und trinken und freuen uns einfach, dass wir alle wieder zusammen sind für ein paar Stunden :) Im Großen und Ganzes waren es also trotzdem besinnliche, schöne Tage im Kreise der Familie und Freunden und wahrscheinlich muss ich einfach lernen und akzeptieren, dass Weihnachten nicht mehr so sein kann, wie mit 10 Jahren ;) Es ist und bleibt trotzdem eins meiner Lieblingsfeste und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Weihnachten, die Weihnachtsmärkte, Lichter, Kerzen und Süßigkeiten!


10/21/2015

throwback fall 2015


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Hey ihr Lieben!

Lange ist es her doch auch mich gibt es noch, yay. Diejenigen von euch, die mir auf Instagram folgen, wissen mit Sicherheit, dass ich schon seit einigen Monaten wieder im Lande und in der Zeit sogar umgezogen bin. Doch wieso? Tja, das ist eine lange und ziemlich unglückliche Geschichte von einer Reihe aneinander geketteten Ereignissen, die letztendlich bewirkt haben, dass ich nicht mehr nach Amerika zurück gereist bin. Da so viele von euch gefragt haben und ich es noch nie wirklich offiziell und ausführlich erklärt habe, werde ich das nun einmal machen und hoffe, dass ich damit denjenigen unter euch, die in der Zukunft vielleicht einmal das gleiche geplant haben, ein wenig die Angst neben aber auch Tips geben kann, um zu verhindern, dass ihnen das gleiche passiert, wie mir. 

Ich hol mal ein wenig weiter aus, weil ich weiß, dass das Ganze auf Außenstehende etwas kompliziert und unübersichtlich wirken kann. Im März 2014 bin ich als Aupair nach Amerika, genauer gesagt nach Minnesota, gereist und habe dort für ein Jahr in einer wunderbaren Familie mit zwei kleinen Jungs gelebt. Sowohl der Staat als auch die Familie, meine Babys und all meine Freunde dort haben mir von Anfang an das Gefühl gegeben zu Hause zu sein. Ich war sehr glücklich und hatte eins der schönsten Jahre meines ganzen Lebens. Natürlich gab es immer wieder up and downs und nicht alles war perfekt aber im Großen und Ganzen hätte es nicht besser sein können und ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich die Gelegenheit hatte, so eine schöne Erfahrung zu sammeln. 


Vor ziemlich genau einem Jahr, im Oktober/ November 2014 musste ich die Entscheidung treffen, ob ich noch länger in Amerika bleiben oder wieder zurück nach Deutschland gehen möchte. Diese Entscheidung fiel mir an sich nicht schwer, doch dazu musste ich mir überlegen, ob ich in meiner Gastfamilie bleiben oder in einen anderen Staat ziehen und mit einer neuen Gastfamilie leben möchte. Ich habe lange überlegt, viele pro und contra Listen geschrieben, mit vielen Leuten diskutiert, fantasiert und mich letztendlich dazu entschieden den Staat zu wechseln und einen neuen Teil von Amerika kennenzulernen und zu erleben. Motiviert von meinen wunderbaren Erfahrungen meines ersten Jahres und der Tatsache, dass auch mein bester Freund aus Minnesota sich für eine Verlängerung und den Umzug nach California entschied, hielt ich das für eine sehr sinnvolle und gute Idee und war sehr zuversichtlich, als es mit der Suche nach einer neuen Gastfamilie los ging. Dazu muss ich sagen, dass es für mich klar war, dass ich nur nach California gehen würde, wenn ich für ein ganzes Jahr verlängere und habe dies auch in meiner neuen Bewerbung angegeben (ganz großer Fehler, um das schon mal vorweg zu nehmen). 

So, die Suche nach der neuen Gastfamilie ging los und wow, ich hatte Unmengen an Anfragen. Teilweise kamen pro Tag 2-3 neue Matches und es fiel mir teilweise ziemlich schwer, mich richtig auf eine Familie einzulassen, da ich fast täglich mit einer neuen schrieb. An der Stelle beging ich dann schon einen der größten Fehler. Ich war so auf einen bestimmten Typ Familie, den Staat und andere Vorstellungen festgelegt, dass ich alle Anfragen, die diesen Vorstellungen nicht entsprachen, direkt gelöscht habe. Was ich wollte? Naja, am liebsten eine Familie mit 1-2 Kindern, am Besten im Grundschulalter, eins davon ein Mädchen, ein schönes Haus im Süden Kaliforniens mit Pool und Gästehaus, mein eigenes Auto, viele Reisen, leichte Arbeit, viel Auto fahren und am besten noch nah am Strand. HA HA HA..... wer will das nicht, richtig? Tja, ich will ja nicht sagen, dass meine Ansprüche etwas hoch und unrealistisch waren aber.. schon ziemlich. Also habe ich jede Familie, die im Norden Kaliforniens, in Washington, Arizona oder der East Coast lebte, direkt abgelehnt. Mein bester Freund hatte in der Zeit schon lange sein neues Match aus Los Altos, der Bay Area und war ziemlich happy. Ich, immer noch auf der Suche und mittlerweile nicht mehr ganz so zuversichtlich, bekam dann ein Match aus.. Los Altos, yay. Nach einem Gespräch und einigen Mails später war ich mir allerdings noch immer nicht sicher, ob diese Familie wirklich das perfekte Match für mich war (hier hätten die Warnsignale langsam angehen sollen). Also habe ich sie gebeten, mir noch 1-2 Wochen Zeit zu geben, damit ich die Chance habe, mit Gedanken zu machen und möglicherweise noch mit anderen Familien zu sprechen. 1-2 Wochen später war aber noch immer kein "perfektes" Match dabei und ich langsam am Verzweifeln und mit der Sorge vielleicht nichts mehr zu finden (wohl bemerkt ich hatte noch fast 4 Monate Zeit bevor mein Jahr zu Ende war) habe dann zugesagt und mich für meine neue Gastfamilie entschieden. Mein Bauchgefühl sagte mir zwar noch immer, dass das nicht so ganz richtig war und ich vielleicht noch etwas hätte warten sollen, doch dank der vielen süßen Worte, Karten und Fotos der neuen Familie, habe ich es am Ende ganz gut geschafft, dieses Gefühl beiseite zu wischen und es darauf zu schieben, dass ich bloß Angst vor dem Abschied von Minnesota hätte. 

Ich springe nun mal ein wenig vor, da das Ganze doch schon ziemlich lang geworden ist. Also, meine neue Gastfamilie, bestehend aus 5 Kindern (drei Jungs, ein Mädchen) zwischen 1 1/2 und 7 Jahren lebte im Norden Kaliforniens und hat mich sehr herzlich empfangen. Trotzdem war besonders die erste Woche für mich der absolute Horror. Ich hatte ganz schlimmes Heimweh nach Minnesota, war ziemlich nach am Wasser gebaut, habe viel und lange gearbeitet, mich nicht wirklich wohl gefühlt und eigentlich nur gehofft, dass mein bester Freund bald endlich auch in die Nachbarschaft zieht. Mit der Zeit wurde es immer besser, ich hatte mich an den Alltag, die Arbeit, die Anforderungen und auch die Kinder einigermaßen gewöhnt, doch aufgrund vieler Regeln und Einengungen habe ich mich nie wirklich wie zu Hause und immer etwas auf der Hut gefühlt. Das Haus war doppelt und dreifach gesichert, die Alarmanlage hat gepiept sobald ich bloß mein Fenster geöffnet habe, es gab Kameras, mir war nicht erlaubt in meinem Zimmer zu essen, mir dort die Nägel zu machen oder einfach Freunde einzuladen. Das Auto durfte ich nur in einem 20 Meilen Radius und alleine fahren, ich durfte keine Freunde mitnehmen und jeder, der Amerika kennt, weiß, dass die meisten Sachen wie Malls oder Strände weiter als 20 Meilen entfernt sind. Ich musste unter der Woche um Punkt 11 zu Hause sein und so oft sie auch betont haben, wie sehr sie mich als Teil der Familie ansehen, kam es doch meistens nur so rüber als wäre ich bloß Angestellte. Ich hatte einfach kein so inniges Verhältnis zu meinen Gasteltern und -kindern, wie ich es von meiner ersten Familie gewohnt war. (Und damit sage ich nicht, dass ALLES schlecht war. Ich habe die meiste Zeit mit den beiden älteren Jungs verbracht, welche mir doch immer wieder die Motivation gegeben haben, weiterzumachen. Wir haben zusammen gelacht, gebacken, gekocht, Ausflüge unternommen, Überraschungen und Geschenke vorbereitet und manchmal vermisse ich tatsächlich ihre Knock Knock-Witze und dass Ryan einfach meine Hand nimmt oder Cooper mir all seine Lieblingslegos zeigt.)



Im Juli 2015 bin ich dann für geplante 2 Wochen nach Deutschland geflogen, um meine Familie zu besuchen und auf den Abiball meines Bruders zu gehen. Meine Gastfamilie war davon natürlich nicht sehr beeindruckt, da das hieß, sie müssten sich für die zwei Wochen eine neue Nanny suchen. Zudem kam kurz vorher die Nachricht von Cultural Care, dass das Amerikanische Amt Probleme mit ihrem System habe und momentan keine neuen Visa ausstellen könne.. Was ein ziemlich großes Problem für mich darstellte, denn, falls einige von euch das nicht wissen: Wenn man als Verlängerungs-Au Pair aus Amerika ausreist, kann man auf der Rückreise mit seinem Verlängerungsvisa nicht mehr in die USA einreisen. Das heißt, man muss einen neuen Termin bei der Botschaft in Deutschland machen, um ein neues Visum zu beantragen (das alleine kann schon ziemlich tricky werden, denn nicht alle Visa werden genehmigt). Darauf baten mich meine Gasteltern im Lande zu bleiben, was ich aber natürlich nicht gemacht habe. In Deutschland angekommen bin ich dann also erst einmal direkt nach Berlin gefahren, bin dort zum Konsulat und habe ein neues Visum genehmigt bekommen (yay!!). Daraufhin lässt man seinen Reisepass dort, damit die das neue Visum in den Reisepass drucken und diesen zu einem zurück schicken können... not so yay. Denn nachdem ich die gute Nachricht bekommen habe, dass alle technischen Probleme bei der Amerikanischen Botschaft und dem Konsulat gelöst worden seien, kam eine neues Problem auf mich zu: Die Post streikt! Tja.. ich hatte nun also knapp zwei Wochen Zeit, um mein Visum/ Reisepass zurück zu bekommen, meinen Flug nach Amerika nicht zu verpassen und zurück zu fliegen. Drei Tage später bekam ich eine Nachricht vom Konsulat, dass mein Reisepass auf dem Weg sei. Anbei eine Tracking Number um die Sendung zu verfolgen. Die Tracking Number funktionierte leider nicht und auch zwei Wochen später war der Reisepass noch nicht da. Flug verpasst, Cultural Care angerufen, der Gastfamilie geschrieben, bei der Post angerufen. 

Drei Wochen später, noch immer nichts. Vier Wochen später, noch immer keine Post da. Der Flug war mittlerweile verpasst, die Schule in den USA ging bald wieder los und sowohl die Post als auch das amerikanische Konsulat hatten keine Ahnung, wo mein Reisepass inklusive gültigem Visa und allen nötigen Unterlagen, um die die USA einzureisen, ist. Nachdem der Pass fast 5 Wochen später noch immer nicht aufgetaucht ist, bin ich also zur Polizei und habe ihn als gestohlen gemeldet. Visum wurde wieder gesperrt, einen neuen Reisepass beantragen dauert auch einige Tage/ Wochen, ein neuer Flug lag mittlerweile bei knapp 2.000€ und ein neues Visum mit Fahrt nach Berlin hätte auch bei mindestens 200€ gelegen. Da es mich leider nicht allzu sehr zu meiner Gastfamilie zurückzog, war mir der Aufwand dafür doch ein bisschen zu viel und es wurde natürlich auch von deren Seite keine finanzielle Unterstützung oder Hilfemöglichkeiten angeboten. Damit hatte sich das Thema Au pair dann erledigt. Wie das Schicksal es so will, kam der Reisepass 2 Tage nachdem ich bei der Polizei war, dann doch an und ich konnte noch verhindern, dass der Reisepass gesperrt wird. Zu meiner Gastfamilie habe ich seitdem keinen Kontakt mehr. Nachdem Cultural Care mich angerufen und mir mitgeteilt hat, dass meine Gasteltern nicht bereit wären, mir dabei zu helfen, meine Klamotten und Wertgegenstände (Laptop, Kamera,...), die noch in ihrem Haus waren, nach Hause zu schicken und ich doch meine Freunde um Hilfe bitten müsste, kam lediglich eine Mail mit der Aufforderung ihre Hausschlüssel zurück zu schicken. 

Zum Glück habe ich die besten Freunde der Welt, die meine Sachen zusammengepackt, aussortiert und mit nach Deutschland gebracht haben!! DANKE DANKE DANKE


Nun wisst ihr also alle, wieso ich nicht mehr in Amerika bin. Das Ganze war ziemlich ungeplant und ich bin sehr traurig, dass es so enden musste. Ich hatte mich unglaublich auf ein weiteres Jahr in den USA gefreut! Pumpkin picking, Halloween, Weihnachten, das Reisen, die Strände,.. ich hatte so viele Pläne und auch, wenn ziemlich viel schief gelaufen ist in meinem zweiten Jahr, bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Ich würde IMMER wieder Au Pair machen, ich bin sehr daran gewachsen und habe mich besser kennenlernen und weiterentwickeln können als in all den Jahren davor. Im November besuche ich noch einmal meine Gastfamilie in Minnesota und ich kann kaum noch warten!! Ich freue mich so sehr und ich hoffe, dass alle so schöne Erfahrungen und Momente erleben können, wie ich es gemacht habe. Um noch einmal auf die Tips und das Angst nehmen zurück zu kommen:

Wenn ihr mit einer Familie matched, HÖRT AUF EUER BAUCHGEFÜHL. Ich kann es nicht oft genug sagen, aber der Ort, das Haus, die Gegend sind nicht im Geringsten so wichtig, wie ein gutes Gefühl bei der Familie, mit der man zusammenlebt. Klar, am Ende kommt alles zusammen, aber egal wie schön der Ort oder der Staat ist, wenn man sich nicht zu Hause fühlt, kann einem das nichts ausgleichen. Am Ende des Tages müsst ihr trotzdem nach hause kommen, in diesem Haus, bei dieser Familie schlafen, mit ihnen kommunizieren, arbeiten, essen, leben. Wenn es die richtige Familie ist, wisst ihr es einfach! 

Lasst euch außerdem unbedingt das Regelwerk geben, BEVOR ihr ja sagt!! Ihr glaubt nicht, was es für komische Gasteltern und Regeln gibt. Besonders in Kalifornien... da hab ich so unglaublich viele seltsame Geschichten gehört. Lest es euch in Ruhe durch, stellt Fragen und vor allem stellt euch selbst die Frage, ob ihr unter den Voraussetzungen leben könnt und euch wohl fühlt. 
Sollte es am Ende trotzdem nicht passen, könnt ihr zwar immer die Familie wechseln aber glaubt mir, das ist leichter gesagt als getan. Vor allem, wenn ihr erst einmal 1-2 Monate dort wart.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es alles ganz wunderbar geklappt hätte mit dem Visum und der Rückkehr. Leider hatte ich ziemlich viel Pech aber wenn man den Termin rechtzeitig macht, mit einer guten Organisation unterwegs ist und mindestens 1-2 Wochen einplant, um den Reisepass zurück zu bekommen, dann sollte das gar kein Problem sein! Klar, die Organisationen und Gastfamilien haben Angst, dass genau so etwas passiert, wie bei mir, aber unter normalen Umständen gibt es da gar keine Probleme! :)

Auf die Frage, was ich jetzt mit meinem Leben anstelle und nach meiner Au Pair Zeit mache, kann ich leider selber noch keine klare Antwort geben. Da eigentlich geplant war, dass ich nicht vor April 2016 zurück komme, bin ich da selber etwas aufgeschmissen und versuche einfach die Zeit so sinnvoll und gut wie möglich zu nutzen und das Beste daraus zu machen. Ich habe mich für Ausbildungen als Gestalterin für visuelles Marketing beworben, doch die fangen alle erst im August kommenden Jahres an. Bis dahin habe ich also noch ein wenig Zeit mir etwas zu suchen und im Notfall, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle, doch noch nach etwas anderem zu schauen. 

Ich hoffe, das war euch jetzt nicht zu viel auf einmal aber ich wollte das klären und statt die vielen Fragen dazu einzeln zu beantworten habe ich das nun lieber einmal lang und ausführlich für euch beschrieben! 


Habt eine wunderschöne Woche und bis bald,
Eure Jana